Szczecin
Juni 10, 2008
Nach dem wir Sonntag Morgen nach einer sehr kurzen Nacht von Sarah und Renes Eltern am Braunschweiger HBF verabschiedet wurden, haben wir uns in Richtung Szczecin(Stettin) ueber Magdeburg-Buckau , Berlin und Angermünde aufgemacht. Um 16:37 sind wir Szczecin Glowny (Stettin Bahnhof) angekommen. Begruesst wurden wir von trostlosen und fuer die Einwohnerzahl, von ca. 400 000, verlassen wirkenden Strassen. Aus der Fehrne hoerte man Stadionhupen. Doch nach ein Viertelstunde Fussmarsch wurde die Menschendichte groesser und uns offenbarte sich der Blick auf die ueblichen internationalen Ketten, wie McDonalds, KFC, Orssay… Abgesehen von diesen wie unnatuerlich plaziert wirkenden Geschaeften, sah jedoch alles ziemlich rustikal, ein bisschen so wie man es aus in Deutschland spielenden Nachkriegsfilmen kennt, aus. An jeder Ecke gibt es kleine „Biergaerten“, ein bisschen erinnert dieser Anblick an manche berliner Stadtviertel. Nach einer Stunde mehr oder weniger planlosem herum stolpern, habe wir ein nettes junges Paearchen getroffen, die uns einen guten Tipp zum Campen geben konnten und sogar noch die passende Tram und Umstiegsmoeglichkeit auf Lager hatten. So haben wir uns schon ziemlich kaputt, mit der Tram und Bus fuer 2,20 Złoty (umgerechnet ca. 55 cent) zum Campingplatz gefahren. Dieser war sehr klein, gemuetlich und lag direkt am riesiegem Jezioro Dąbie (Dammscher See) und bei uns stellte sich merklich Zufriedenheit ein. Der Preis von 49 Złoty (ca. 12,5 euro) fuer 3 Personen plus Zelt tat der Stimmung keinen Abbruch. Nach dem der Schlafpaltz gesichert war, draengte sich die naechste Frage auf: Fussball gucken, wo denn? Also nachgefragt, „am Ufer links“, hiess es, doch weit gefehlt, da befand sich nur der Zaun einer Marina(kleiner Hafen). Jacek und sein Freund, die wir am Ufer vorfanden, haben und angeboten uns mit ihrem Boot zum nahegelegenen Yacht-Hafen ueberzusetzen, in dessen Marinabar das Fussballspiel geyeigt wurde. Ausser uns waren dort nur ca 10 weitere Menschen, bis auf 2 davon deutlich aelter als wir und ca. die haelfte davon deutsche. Wir genehmigten uns einige Piwos sowie sehr leckeres Schnitzel mit Salat und Kartoffeln, vom Wirt mit viel liebe und einer niedlichen Schuerze zubereitet. Waehrend des Fussballspiels lernten wir Ralf kennen, einen 65 jaehrigen Rentner aus Berlin, der, wie viele andere Deutsche, jaehrlich dort Segelurlaub macht. Wir redeten mit Ralf ueber das Segeln und verabredeten uns spontan mit ihm zum Segeln am naechsten Morgen.
Wir gingen recht frueh ins Bett, um um 9 uhr wieder bei Ralf am Boot zu sein. Nach anfaenglicher Flaute hatten wir einen tollen Segeltag mit viel Sonne und gutem Wind. Ralf, der aufgrund von Kinderlaehmung stark in seiner Beweglichkeit eingeschraenkt ist, ist aber immernoch ein regelrechter Seebaer, was uns sehr beeindruckte.
Er liess und in einem Vorort von Stettin wieder an Land, wo wir bei Lidl etwas Brot, aufschnitt und neues Wasser kauften. Danach machten wir uns auf in Richtung Bahnhof, suchten einen Zug nach Gdansk (Danzig) heraus, schlossen unsere Rucksaecke ein und gingen wieder in die Stadt um im Internetcafe eine Uebernachtungsmoegichkeit rauszusuchen. Wir kamen sehr knapp am Bahnhof an, unser Zug sollte um 20:30 Fahren (Da kein Mensch im Infostand Englisch oder Deutsch sprechen konnte, suchten wir einen Zug auf dem guten alten Fahrplan heraus). Wir rannten zum Bahngleis und sprangen in einen sehr kleinen, heruntergekommenen Zug. Etwas verunsichert, ob dieses alte Gefaehrt tatsaechlich bis nach Danzig fahren wuerde, fragten wir im Zug herum, in dem verrueckter weise niemand ein Wort Englisch zu sprehen schien. Endlich faden wir eine junge Frau, die ein paar brocken Deutsch sprechen konnte und uns versicherte, dass dieser Zug definitiv nicht nach Danzig fuehre. Wir sprangen schnell wieder aus dem Zug, hechteten von Bahngleis zu Bahngleis, Schon voellig durchgeschwitzt und erledigt, aber keiner der Zuege im Bahnhof schien nach Danzig zu fahren. Ein netter Mann, der gerade vor dem Fahplan stand und Englisch verstand, konnte uns erklaeren, dass eine kleingedruckte Zeile unter unserem Zug auf dem Fahplan uns mitteilen soll, dass dieser Zug erst ab dem 20. Juni faehrt, sowie alle andern direkten Zuege nach Danzig auch.


