Praha

Juni 15, 2008

So, ihr lieben, nach 3 Tagen in Prag sind wir gestern Abend mit dem Nachtzug nach Budapest aufgebrochen und Heute Morgen um ca 8.30 Uhr wohlbehalten aber muede angekommen. Jetzt sitze ich (Max) am PC, waehrend wir darauf warten unser Zimmer beziehen zu koennen.

Nach den vielen Empfehlungen und den vielen positiven Dingen, die wir ueber Prag gehoert haben, sind wir relativ enttaeuscht von der Stadt.

Prag ist mit Sicherheit eine wunderschoene Stadt, mit toller Architektur, tollen Gebaeuden und schoenen verwinkelten Gassen, doch fuer unseren Geschmack ist sie einfach viel zu “touristisiert” und ueberfuellt.

Man ist kaum in der Lage, die Schoenheit der Stadt auf sich wirken zu lassen. Die Strassen sind voellig ueberfuellt mit Touristen aller Art, jeglichen Alters und aller Nationen. Es gibt Sauftouristen, Kulturtouristen, Sextouristen, Shoppingtouristen und alle diese Arten von Tourismus werden perfekt bedient.

Jeweils eine Bar, ein Club, ein Stripclub, ein Alkoholstore und ein Souvenirshop wechseln sich ab.

Massen von groehlenden besoffenen Fussballfans torkeln durch die schmalen Gassen der Altstadt, eine Stadtfuehrung mit lautprecherverstaerkten Guides jagt die naechste und aufgetakelte Shopper tragen ihre Swarovskikristalle und Gucchiklamotten spazieren und bleiben vor jedem Schaufenster stehen. Man kommt ungefaehr so schnell voran wie auf dem braunschweiger Magnifest.

Unser Tipp ist, die Stadt nachts zu erforschen, wenn zumindest ein Teil der Touristen schlaeft.

Die wunderschoenen Gebaeude sind zum groessten Teil nachts beleuchtet und sehen auch dann noch sehr eindrucksvoll aus.

Auch unser Hostel war eindeutig mehr auf Konsum und Massenabfertigung ausgelegt als unser Glueckstreffer in Krakau.

Das Personal war nicht besonders freundlich und man merkte recht schnell, dass man, genauso wie fast ueberall in der Stadt, schnell uebers Ohr gehauen wird. Das angepriesene Fruehstueck, dass im Preis inbegriffen war bestand aus einem eingeschweissten Minibaguette, dass man sich morgens an der Rezeption abholen musste, Kaffe oder Tee, Milch und Cornflakes. Netterweise bekamen wir am Morgen unserer Ankunft ein Fruestueck geschenkt, aber am zweiten Morgen bekamen wir dafuer schon kein Baguette mehr ab und der Rest war auch schon fast leer.

Das Hostel war zwar voller Junger Menschen, doch die meissten von ihnen schienen ihren Tag hauptsaechlich im Computerraum in ihrem Facebook oder vor dem Fernseher zu verbringen.

Wir kamen frueh morgens im Hostel an, konnten aber erst um 2 unser Zimmer beziehen. Also liessen wir unser Gepaeck im Luggageroom und machten uns auf die Socken um die Stadt zu erkunden. Nach dem ersten Rundgang durch die Altstadt mit den oben beschriebenen Eindruecken waren wir ziemlich erledigt, da wir auch in der Nacht im Zug nicht allzuviel geschlafen hatten. Daher gingen wir ins Hostel, konnten endlich unser Zimmer beziehen und machten erstmal einen ausgedehnten Mittagsschlaf.

Das Abendprogramm war nicht besonders aufregend. Wir gingen auf den Hauptplatz der Altstadt, wo alle EM-Spiele auf einer grossen Leinwand gezeigt wurden, guckten Fussball , tranken ein Bier und machten uns dann auf die Suche nach Nahrung. Malte und René wurden bei KFC (Kentucky Fried Chicken) fuendig und gluecklich. Ich kurze Zeit spaeter in einer Jazzkneipe bei Foccacia und Livemusik.

Wir gingen frueh ins Bett und schliefen mehr oder weniger gut in einem recht unruhigen 8-Bett Schlafsaal.

Am naechsten Tag war es bewoelkt und ziemlich kuehl und ich konnte René und Malte ueberreden mit ins kommunistische Museum zu kommen. Dieses war relativ klein und bestand groesstenteils aus viel Text und einigen Bildern, war aber doch recht interessant. Nachdem wir uns das Fruehstueck, das wir im Hostel nicht bekamen, selber gekauft hatten, assen wir schnell ein paar Brote und gingen dann schnell zum Bahnhof um unsere Kanadischen Freunde Shaun und Natasha abzuholen.

Leider verpassten wir uns und trafen uns direkt im Hostel. Da anscheinend die Kommunikation zwischen den Hostelmitarbeitern ueberhauptnicht funktionierte, war mit unserer Reservierung einiges durcheinander gekommen und wir mussten das Zimmer wechseln. Allerdings wurden unsere Sachen schon aus dem alten Zimmer ausgeraeum, wobei einiges verloren ging, was wir ersteinmal suchen mussten. Unseren kleinen Schwarzen Rucksack fuer Tagesausfluege haben wir nicht wiederbekommen, was uns ganzschoen aergert…

Mit den Beiden drehten wir noch eine kleine runde durch die Stadt, was mit den Beiden ein bisschen heiterer war.

Danach gingen wir tatsaechlich noch in ein zweites Museum, allerdings war dieses eher unterhaltsam als informativ. Es war die groesste Sammlung von Sexmaschinen und Spielzeugen aus aller Welt und vielen Jahrhunderten. Es ist schon ziemlich witzig, was sich die Menschen alles einfallen lassen…

Der Tag war also ein regelrechter Kulturtag! ;)

Abends gingen wir wieder in die Jazzbar vom Vorabend und hatten ein dekadentes Mahl mit Live-Jazz. Danach gingen wir ueber die Charles-Bruecke die zu der spaeten Zeit angenehm leer war und einen atemberaubenden Anblick auf die Altstadt und die auf einem Berg gelegene Festung bot. Wir gingen zurueck ins Hostel, lagen schon fast im Bett als wir ploetzlich nochmal in Feierlaune kamen und zogen los um eine Freundin von Natasha in einem Club zu treffen. Dieser sollte aber umgerechnet 13 euro Eintritt kosten sollte, was wir nicht bereit waren zu bezahlen. Also gingen wir wieder ins Hostel und schliefen. Am naechsten Tag verschliefen wir etwas und Mussten dann schnell auschecken. Wir fruehstueckten und machten uns dann auf die Socken um die Festung jenseits der Charlesbruecke zu besichtigen. Nach einem recht anstrengenden Aufstieg erreichten wir letztendlich die Festung. Innerhalb der Mauer befanden sich neben einer wunderschoenen Kirche zahlreiche Gebaeude mit Ausstellungen etc. Doch auch hier wollten sie einem das Geld aus der Tasche ziehen. Mit Ermaessigung sollte der Eintritt fuer alles ca 15 euro kosten. Ausserdem war es schon wieder supervoll, deswegen beschlossen wir uns, es bei der Aussenansicht zu belassen. Vom Berg aus hatte man eine tolle Aussicht ueber Prag.

Nach diesem Ausflug machten wir uns auf zum Bahnhof um unseren Nachtzug zu reservieren. Leider gab es keine Liegewagen mehr. Danach gingen wir zu Shaun und Natasha, die sich ein Doppelzimmer in einem kleinen Hotel gesucht hatten. Da in Prag an diesem Abend eine Museumsnacht (freier Eitritt) war und Shau, Natasha und ich uns gern eine Ausstellung ueber Musikinstrumente ansehen wollten, zogen wir los um das National Museum of Music zu finden. Dieses war jedoch deutlich weiter weg als gedacht und alle Museen auf dem Weg waren so voll, dass wir uns auf dem Weg umentschieden und Mit René und Malte auf dem grossen Platz das Spiel Russland gegen Griechenland sahen. Nach der Halbzeit gingen wir wieder ins Hotel und warteten auf unseren Nachtzug. Nach einem herzlichen Abschied machten wir uns auf zum Bahnhof.

Das war Prag ;)

Viele Gruesse, René, Max, Malte

3 Antworten zu “Praha”

  1. ba und oliv sagte

    Hallo Ihr Lieben,
    wir lesen mit Begeisterung Eure reiseberichte und finden sie absolut spannend.

    Eure reiseschrift Qualitäten sind ausgezeichnet.

    Wir wünschen Euch weiterhin eine interessante Reise und viele gute neue Eindrücke.

    Ba und Ol

  2. paula sagte

    Hallo ihr Lieben!
    Ich finds total schön, doch jetzt schon so viel von eurer Reise mit zu bekommen. Die paar SMS´n von Max sind natürlich lange nicht so aufschlussreich.(das soll aber nicht heißen, dass du mir nicht mehr schreiben sollst… =))
    Hab mit großer Freude eure Berichte gelesen und neidisch eure Fotos angeguckt! Wir sind nach einer langen Busfahrt auch wieder gut in DE gelandet und natürlich fast an der WG langgefahren. Da musste ich natürlich sofort an euch denken und hab schon wieder riesig große Sehnsucht bekommen! Freu mich schon, weiteres von euch zu hören und wünsche euch noch eine tolle Zeit!
    Ich drücke euch!
    und Max ich vermisse dich! Küsse
    paula

  3. Hanna sagte

    wie anders ihr ausseht!!! seid ihr gewachsen???
    wie auch immer, ich wuensch euch noch gaaaaaanz viel spass.
    viva la vida, lasst es krachen!
    mil besos
    hanna-banana

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