Roma
Juni 28, 2008
So, die Jungs schlafen immernoch. Wie sie das bei der Hitze und Sonne koennen ist mir unklar, aber ich goenne es ihnen, mal ein bisschen auszuschlafen. Oh ploetzlich sitzt Malte hinter mir
Nachdem wir am Bahnhof in Rom angekommen waren und von der drueckenden Hitze erschlagen wurden, fiel uns auf, dass wir vergessen hatten, die Adresse des Hostels aufzuschreiben, das wir reserviert hatten. Fast drei Wochen unterwegs und immernoch die gleichen Anfaengerfehler… Ab ins naechste Internetcafe, die Adesse rausfinden. Das Hostel ist ca. 5 Min zu Fuss vom Bahnhof und wir finden es sofort. Fuer 25 Euro per nacht wird uns ausser einem Bett und einem schimmligen Bad wirklich garnichts geboten. Kein Gemeinschaftsraum, keine Kueche. Wir lassen unsere Sachen im Hostel und ziehen los um Rom zu erkunden. Ich finde es in der nun eingetretenen Mittagshitze unertraeglich und bin froh, dass uns der Hunger in ein klimatisirtes Chinesisches Restaurant treibt, in dem wir fuer Rom-Verhaeltnisse recht guenstige aber auch recht kleine Mahlzeiten erhalten. Draussen sind es ca. 30, gefuehlte 40 Grad und ueber der Stadt haengt eine riesige Dunstglocke. Ich habe das Gefuehl kurz vor einem Kreislaufzusammenbruch zu stehen und gehe zurueck ins Hostel um einen Mittagsschlaf zu halten, waehrend die beiden Jungs im Interet recherchierten. Nach einem erholsamen Mittagsschlaf und einer Kalten Dusche geht es wieder los, die Stadt erkunden. Rom ist eine beeindruckende Stadt und strahlt einen unglaublichen Charme aus. Wir sind ganz in der naehe des Kollosseums, schauen uns aber nur von aussen an, da uns 11 Euro p.P. und die Menschenmassen abschrecken. Eine junge aufdringlichen Frau versucht uns erfolglos fuer eine abendliche Sauftour fuer ,,nur“ 20 Euro zu begeistern. Wir gehen weiter durch die Stadt, immer nach Schatten suchend, in richtung eines netten Viertels, dass uns fuer Cafes und Restaurants empfohlen wurde. Auf dem Weg finden wir auf einer Tiber-Bruecke eine einladende Eisdiele und sind uns ein Paar minuten Spaeter und 10 Euro aermer sicher, das beste Eis unseres Lebens gegessen zu haben.
Wir gehen gemuetlich durch das Viertel, vergleichen die Angebote der Restaurants, bewundern die schoenen Altbauten mit prachtvoll bewachsenen Dachterassen. Ich finde einen Laden mit Vintage-Gitarren, die so Alt und schoen sind, dass ich mich nicht traue, sie auszuprobieren. Wir sind ueberrascht von der offenheit des Verkaeufers, der zwar sofort merkt, dass wir nichts kaufen wollen, aber trotzdem super nett ist und uns vieles erklaert. Ich vermisse das Musikmachen.
Es wird langsam Abend und wir schon wieder hungrig. Da wir keine Kueche haben und fastfood fast genausoteuer ist wie Essengehen, gehen wir wieder in ein Restaurant, diesmal aber mit einheimischer Kueche. Wir Essen Pasta und Pizza, natuerlich. Das Essen ist gut aber der Service schlecht, deswegen gibt es kein Trinkgeld. wir ziehen weiter zu einem Platz, auf dem sich abends die Jugend trifft. Tatsaechlich sind viele Junge und Alte Menschen dort, in Cafes, Bars und auf dem Platz, trinkend und quatschend. Viele Inder versuchen komisches blinkendes fliegendes Spielzeug zu verkaufen. Wir kaufen am Kiosk das teuerste Bier der Fahrt (fast 4Euro fuer 0.25L) weil wir nicht nach dem Preis fragen, wieder ein Anfaengerfehler. Wir setzen uns auf den Platz und beobachten das treiben. Wenig spaeter lernen wir Arielle und Isaac kennen, Amerikaner. Uns faellt immer mehr auf, dass man auf einer Reise durch Europa komischerweise fast nur Menschen aus den Usa, Kanada oder Australien trifft. Arielle macht mehrfach deutlich, dass Isaac ihr Bruder ist und sie scheint uns sehr zu moegen…
Rene zieht nocheinmal los, um etwas guenstigeres zu Trinken aufzutreiben. wird fuendig und wir trinken noch ein Bier.
Die beiden Amerikaner scheinen danach schon sehr beschwippst und wollen Feiern. Wir gehen zusammen in einen Club, der uns von einem Typen auf dem Platz empfohlen wird. Er ist sehr klein, hat keine Tanzflaeche und auch sonst nicht viel zu bieten. Wir sitzen noch ein bisschen drinnen und quatschen, dann gehen wir zurueck zum Hostel. Reisen ist anstrengend und unser abendliches Durchhaltevermoegen dementsprechend immer nicht all zu gross.
Nach einer wieder recht kurzen Nacht (wir muessen wie ueblich um 10 auschecken) stehen wir auf und es ist noch schwueler als am Vortag. Mittlerweile hat sich einiges an Dreckwaesche angesammelt und wir gehen in eine Waescherei, in der wir ganzschoen uebers Ohr gehauen werden. Waehrend wir auf die Waesche warten, gehen wir fuer das Fruehstueck einkaufen. Wir finden einen netten Park in dem wir fuehstuecken und im Schatten bis zum Nachmittag vor uns hindoesen, da keiner sich in der Lage fuehlt, sich bei diesem Wetter zu bewegen. Nachmittags machen wir uns auf in richtung Vatikan um den Vorplatz und Petersdom zu sehen. Unsere Orientierung versagt etwas, aber das ist garnicht schlimm, denn so wandern wir stundenlang durch einen wunderschoenen riesigen Park voller antiker Skulpturen, Brunnen und wunderschoenen Palmen und Baeumen. Gottseidank gibt es in Rom ueberall kleine Brunnen, an denen es sehr leckeres und eiskaltes Trinkwasser gibt. Bei jedem machen wir halt, fuellen unsere Flasche auf und lassen uns kaltes Wasser ueber Haende und Fuesse laufen, was eine echte Erfrischung ist. Nach dem Park kommen wir in ein viertel, dass beweist, das auch Rom haessliche Seiten hat. Heruntergekommene Plattenbauten und Muell, unglaublicher Strassenlaerm.
Endlich finden wir den Vatikan, sitzen auf dem Vorplatz und bewundern die Architektur, ruhen uns etwas von der anstrengenden Wanderung aus. Es ist schon fast 8 und wir sind sehr hungrig, machen uns auf den Rueckweg um etwas zu essen zu finden und unser Gepaeck zu holen, da wir den Nachtzug nach Nizza nehmen wollen.
Wir essen bei McDonalds, was wie immer enttaeuschend ist, aber es musste schnell gehen und alles andere Fastfood in der innenstadt ist unbezahlbar. Wir sind beeindruckt, das sogar McDonalds in Rom aussieht wie ein Nobelrestaurant, im Keller eines Prachtvollen Gebaeudes mit gewoelbten, bemalten und stuckverzierten Decken.
unbefriedigt aber halbwegs satt gehen wir zurueck zum Hostel, duschen nochmal, bevor wir zum Bahnhof aufbrechen. Der Zug ist komplett ueberfuellt, wir sitzen auf dem Gang und versuchen ein bisschen zu schlafen. Als es etwas leerer wird machen wir uns einfach im Gang lang und schlafen dort, viele tun es uns gleich. irgendwann wird ein Platz frei, den ich mir schnappe, weil die Jungs schlafen. dort doese ich ein bisschen und sehne mich nach meinem Bett.
Wir muessen morgens zweimal umsteigen und kommen schliesslich ziemlich unerholt in Nice an, zu Nice gibts spaeter mehr.
So, jetzt sind die beiden wach und wir werden gleich mal die Reste unserer leckeren Pasta von gestern essen und dann wahrscheinlich wieder an den Strand. Bis bald, seid alle Gegruesst, wir denken an euch!
Rene, Malte und Max



Hallo ihr drei,
verfolge euren Reisebericht schon seit Wochen und freue mich für euch. Schade, dass ihr Griechenland ausgelassen habt. Hat euch Mareks Nachricht eigentlich erreicht, der hat euch einen Geheimtipp für eine Herberge in Frankreich über diese Seite zukommen lassen.
Wann schreibt Malte mal ins Logbuch?
Liebe Grüße an euch, vor allem an meinen Lieblingssohn Malte.
Motte
Hallo Ihr Lieben! Zillionen dank für diese spannenden Einblicke in euer Reisetagebuch! Es ist schön, dass es euch gut geht und geniesst weiterhin jede Sekunde in vollen Zügen! Wir denken an Euch und drücken Euch
Peter + Steffi