Split, Teil 2

Juni 28, 2008

So, nachdem wir jetzt einige Zeit nichts mehr gepostet haben, wird es Zeit, die letzten Tage aufzuarbeiten. Gerade sitze ich (Max) morgens um ca. 9.30 in Nice (Nizza) im Computerraum des beeindruckendsten Hostels, das wir bis jetzt gesehen haben (aber dazu spaeter mehr) und draussen braet schon wieder die Sonne.

Der letzte Bericht endet mit unserem ersten Tag in Split, da werde ich jetzt anschliessen.

Split war bis jetzt der erhohlsamste Abschnitt unserer Reise. Wir verbrachten 3 naechte auf dem schoenen kleinen Campingplatz direkt am Meer. Viele Familien mit Wohnmobilen oder Wohnwagen besiedelten den steinigen Boden unter Pinien, die gottseidank fuer ausreichend Schatten sorgten. Da unsere Gehirne durch die uns auf den Kopf brennende Sonne anscheinend etwas geschwaecht waren, gelangen unsere Berechnungen beim Zeltaufbau aber nicht fehlerfrei, was dafuer sorgte, dass wir jeden morgen zwischen 8 und 9 aus der Sauna klettern mussten, die zuvor unser Zelt gewesen war. Statt sich morgens unter die Duschen zu stellen, sprang man vom Campingplatzeigenen Sprungturm (ca. 1 1/2 und 4 Meter) direkt ins tuerkise adriatische Meer. So schnell wird man selten munter!

Zwar war das Meer in Kroatien nicht kalt, aber angenehm erfrischend, doch die Bucht am Campingplatz hatte ihre tuecken. direkt dort endete ein Fluss, der irgendwo in dem Gebirge entsprang, auf das wir blickten. Das eiskalte Gebirgswasser floss direkt am Strand in das Meer. Wenn man oben schwamm, war das wasser daher suess und kalt, tauchte man unter, wurde es deutlich waermer und salziger.

Auf der anderen Seite der Bucht befand sich der naechstgelegene Ort, Stobrec und eine Strasse die anscheinend Motorradfahrer zum rasen anregte. Daher war tagsueber der Geraeuschpegel dort recht hoch weshalb wir uns auf die suche nach einem abgelegeneren Strand machten. Die nette Rezeptionsdame empfahl uns einen Strand, ca. 10 minuten entfernt, den wir gleich aufsuchten.

Dieser war tatsaechlich sehr leer und sah wunderschoen aus, am Hang einer steilen Felskueste, mit steinen statt Sand. Das hatte einige Tuecken, sowohl beim finden einer bequemen liegeposition, aber viel mehr beim Versuch ins Wasser zu kommen. Die relativ grossen Steine im Wasser waren algenbewachsen und recht glitschig, zwischen ihnen versteckten sich zahlreiche Seeigel und scharfkantige Muscheln. Unsere Fuesse sahen aus, als haette der Strand nicht aus Steinen sondern aus Scherben bestanden. Es gab mehrere Fuss-OPs mit Pinzette, Messer und Nagelschere, um Steine und Muschelreste aus Wunden und Rissen in der Hornhaut zu entfernen. Aber all die Strapazen wurden mit einem wundervollen Schwimmerlebnis im erfrischenden klaren Wasser und toller Sicht auf zahlreiche Fische durch die erworbene Taucherbrille belohnt.

Neben den Taeglichen Strandbesuchen fuhren wir auch zweimal mit dem Bus in die Innenstadt, um einige Sachen zu besorgen und die Stadt zu erkunden.

Neben den beeiindruckenden Straenden und tollem Meer hat Split eine charmante kleine Altstadt zu bieten, die mit ihren schmalen Gassen und kleinen Geschaeften etwas an Prag erinnnert, aber lang nicht so ueberfuellt ist.

Auf dem nahen Markt kauften wir uns ein scharfes Messer, was uns in unserer spartanischen Campingausruestung noch fehlte, sowie eine neue Sonnenbrille und einen neuen Strohhut fuer Max und einen neuen Tagesrucksack, da der alte ja in Prag abhandengekommen war.

Im nahegelegenen Hafen, wo sich zahlreiche Linienfaehren und Segel- und Motoryachten tummelten buchten wir Faehren-Tickets fuer die weiterfahrt nach Ancona.

Nach einer letzten von furchtbarer Live-Schlagermusik aus Stobrec verdorbenen Nacht und einem letzten besuch unseres Lieblingsstrandes machten wir uns am Sonntag Nachmittag auf zum Hafen, gespannt auf die Ueberfahrt, die von 21 bis 7 uhr dauern sollte.. Wir hatten die guenstigesten Tickets gebucht und hatten daher keinen liege oder Sitzplatz, nur kleine Tische und Stuehle an Deck. Nachdem wir den Ablegevorgang verfolgt und die Sonne untergegangen war und nach einer Lauwarmen Cervisia, die wir noch im Rucksack hatten machten wir uns auf die Suche nach einem Schlafplatz. Mir gefiel die Vorstellung unter freiem Himmel auf dem Sonnendeck zu schlafen, doch Russ und Kondeswasser aus dem Schornstein machten uns einen Strich durch die Rechnung. Daher legten wir uns mit Isomatten und Schlafsack auf das Ueberdachte Deck mit dem kleinen Tischen in eine Ecke und schliefen beim Rauschen des Meeres und dem Droehnen der Dieselmaschinen relativ gut.

Am naechsten Morgen erwischten wir nur knapp den Anschlusszug nach Rom, wo wir am Montag vormittag wohlbehalten bei unglaublich drueckend schwuelem und heissem Wetter ankamen.

So, bevor ich mich vielleicht gleich noch an den Bericht fuer Rom mache, werde ich mal schauen ob die beiden Jungs aufgewacht sind und noch ein bisschen fruehstuecken.

heute ist der 21 Tag unserer Reise, Halbzeit sozusagen. Wir sind uns nicht sicher, ob die Zeit schnell oder langsam vergangen ist, auf jeden Fall haben wir unglaublich viel erlebt und viele nette Menschen kennengelernt.

Der Anfang der Reise scheint schon unwirklich weit weg, trotzdem habe ich nicht das gefuel schon 3 Wochen unterwegs zu sein. Ich bin gespannt was die zweite Haelfte mit sich bringt, freue mich auf neues.

Auf der anderen Seite vermisse ich auch einiges. Als erstes die Menschen die mir nahe sind, Paula, meine Familie und Freunde, die zurueckgelassenen Jungs, Felix und Christoph. Ich freue mich euch wiederzusehen.

Platz zwei der Dinge, die ich vermisse teilen sich mein Bettchen und meine Gitarre ;)

Ich hoffe euch geht es allen gut, jetzt werden meine Finger lahm. Bald kommt mehr. Bis dahin, viele viele liebe Gruesse eure drei!

Eine Antwort schreiben