Arcachon
Juli 13, 2008
Soooo ihr Daheimgebliebenen,
nun ist schon eine lange Zeit vergangen seit dem wir uns bei euch gemeldet haben. Wenn ihr das hier lesen koennt, habt ihr bereits Maltes Bericht von Nizza gelesen denke ich, denn wir haengen ganzschoen hinterher mit unseren Berichten. Liegt daran, dass es seit dem wir Nizza verlassen haben, was nun schon fast 2 Wochen her ist, kein Internet mehr zur verfuegung hatten, jedenfalls nicht richtig. Schon ein bisschen schraeg, obwohl wir uns im Laufe unserer Reise immer weiter vom „Osten“ Europas entfernt und stets in den moderneren Westen bewegt haben, war es immer schwieriger geworden eine gute Internetanbindung zu finden. Auch jetzt ist es nicht einfach, da die franzoesische Tastatur so ihre Tuecken hat. Nun, trotz alledem seit ihr sicher neugierig was nach Nizza passiert ist.
Von Nice aus hatten wir also abermals einen Schlafwagen gebucht was sich als sehr sinnvoll herausstellte. Anfangs hatten wir das Abteil (gedacht fuer 6 Personen) fuer uns alleine und klappten die mittleren Betten hoch um ein gemuetliches Abendmal zu halten, was wir uns noch in Nice besorgt hatten: Brot, Butter, leckere Wurst, Tomatencreme und Kaese. Es schmeckte koestlich und gemuetlich hatten wir es auch im schlafwagen waehrend uns der Zug in den Abend hinein in Richtung Atlantikkueste, Arcachon, schaukelte. Wir zueckten unsere Karten und spielten eine kleine partie Skat. Spaeter stieg ein junger, freundlicher Franzose ein der sich aber nach kurzer Unterhaltung schlafen legte und wir entschieden uns es ihm gleich zu tun, vorher hielten wir drei allerdings noch einmal unsere Nasen in den Fahrtwind. Auf dem gang ein Fenster runtergeschoben, schnupperten wir in die milde und nun voellig schwarze Nacht Suedfrankreichs und freuten uns auf den naechsten Tag.
Um ca. 7 Uhr Morgens mussten wir in Bordeaux umsteigen und hatten dann nocheinmal ca. eine Stunde Fahrt in einem sehr modernen Zug. Wir waren doch relativ erholt, jedenfalls hatten wir schon schlimmere Fahrten erlebt.
Jedoch hatten wir Hunger und so machten wir uns im gemuetlich und noch verschlafen wirkenden Arcachon auf Nahrungssuche. Immer der Nase nach, brachte uns auch diesmal auf den richtigen Weg und wir landeten prompt auf einem kleinen, aber sehr sehr exklusiven Markt. Alles gab es zu kaufen und die Gemuesestaende laeuchteten und quollen ueber vor Gemuese und Obst in allen Formen und Farben. Fisch, koestlich duftende Haehnchen, Kaese und Wurst die uns das Wasser im Mund zusammen laufen liessen. Bald war entschieden und wir kauften das wohl bisher dekadenteste Mahl der Fahrt. 3 koestliche Wuerste fuer 15€, zwei Stuecken Kaese (ca. 500 gramm zusammen) fuer 20€, ein Brot fuer 4€ und ein paar Nektarinen, eine Tomate, Aepfel und eine Honigmelone. Sauteuer alles, aber als wir uns an die Promenade vor einen traumhaften weissen Strand, einem dunkelblauen Ozean und unter strahlender Sonne zu einem Mahl niederliessen, waren wir uns sofort einig, das sich jeder Euro gelohnt hatte!! Es schmeckte himmlisch und eine aeltere Dame teilte Max mit einem freundlichen Zwinkern mit, dass es wohl auch gut aussah, wie wir mit unseren dicken Rucksaecken und all den Koestlichkeiten vor uns ausgebreitet dasassen und die Sonne und das Essen genossen.
Danach natuerlich ab an den Strand, schnell ins Wasser abkuehlen und danach Malti eingebuddelt damit er nicht verbrutzelt.
Wir verbrachten den ganzen Vormittag am Strand und gegen Mittag stand nun die Entscheidung aus, wo wir die Nacht verbringen wuerden. Dies fuehrte zu leichten Unstimmigkeiten und war nicht so einfach. Letztendlich entschieden wir uns fuer den Campingplatz in Arcachon und schlugen unser Zelt in einem urmeligen Waeldchen auf, welches den Campingplatz darstellte. Aber nach aussprache und Dusche fuelten wir uns besser und abermals lenkten wir unsere Gedanken auf zwei wichtige Entscheidungen. Was gibt es zu essen, bzw. wo (es war Sonntag) und noch viel wichtiger: Wo wuerden wir das Entscheidungsspiel der WM verfolgen koennen.
Wir gingen in die Stadt und entschieden uns fuer ein nettes kleines Lokal dessen Kellner absolut mit 6 Tischen ueberfordet war und dessen Portionen einer Vorspeise glichen. So gab es Spaghetti Bolongnese fuer mich und Malte und Cabonara fuer Max. Danach eigentlich ein Crepé, aber unser Kellner war mittlerweile so an seine Grenzen gestossen, dass wir bis zur Bestellung der Crepés bereits 1 1/2 Stunden gebraucht hatten und ich entsetzt aufsprang, da unsere Jungs bereits seit einigen Minuten spielten. So lief ich vor um das Spiel zu sehen und die Jungs hatten das Glueck meinen Crepé mitessen zu koennen. Auf dem Hinweg zum Restaurant hatten wir eine nette Kneipe gesehen in der wir das Spiel sehen wollten. Doch bei meiner Ankunft dort, musste ich feststellen, dass sie nun bis auf den letzten Platz gerammelt voll war und ich konnte nur von der Tuer aus ein wenig des Spiels sehen… 7 Minute 0:0 also los um eine andere Moeglichkeit zu finden. Ein Bisschen weiter die Strasse runter hatte ich dann auch Glueck und fand ein weniger volles Cafe. Per Handy den Jungs mitgeteilt, wo ich war und so kamen sie kurze Zeit speater etwas keuchend auch dort an und wir konnten ein spannendes Spiel erleben. Nach dem Sieg der Spanier gab es Beifall der Gaeste im Cafe und auch von uns und wir waren uns, obwohl niedergeschlagen, doch einig, dass sie den Sieg verdient hatten.
Wir machten noch einen kurzen Gang an die Promenade und auf einen grossen Steg der weit ins Meer ragte um ein paar Bilder zu machen, uns noch ein wenig zu bewegen und um den naechtlichen Ausblick zu geniessen. Dann ueberkam uns die Muedigkeit und wir machten uns abermals auf den Weg zurueck zum Campingplatz wo wir uns noch mit einem Eis belohnten und dann ins Bett gingen.
Am neachsten Morgen standen wir frueh auf da wir noch nach einem Internetcafe gucken, einkaufen und dann um ca. 12 Uhr den Zug nach Préfailles (auf das ich mich schon wahnsinnig freute) nehmen wollten. Mittlerweile recht routiniert war aller Krams schnell zusammengepackt, das Zelt abgebaut und ein kleines Mahl mit den Resten der Koestlichkeiten des Vortages gehalten. Beim auschecken erfuhren wir, dass es auch auf dem Zeltplatz einen Computer gab. Schnell entschieden wir uns diesen zu nutzen, was sich als schwerer Fehler herrausstellte da der PC sehr alt und langsam war und das Internet noch schlechter. Malte gab sein bestes und begann den Artikel ueber Rom zu schreiben, den ihr ja nun schon lesen konntet. Danach machten wir uns fix auf zum Bahnhof, kauften noch schnell etwas zum „Mittagessen“ und erreichten puenktlich den Bahnhopf wo der Zug bereits wartete. Also schnell rein und gleich ein zweites Freuhstueck abgehalten, da uns schon wieder der Magen knurrte. Reisen ist halt doch anstrengend und eine der vielen Erkentnisse die wir auf unserer Reise bisher gemacht haben ist, dass Hunger der absolute Stimmungs- und Reisekiller ist
Dann ging es ueber Nantes nach Préfailles.
Neben mir sitzen jetzt gerade die Jungs, Max ist fleissig am Bericht schreiben ueber Préfailles und Malte bruetet ueber seinem Buch und ist schon scharf drauf unsere jetzige Station Antwerpen zu schreiben. Aaaaber… bis dahin muesst ihr euch noch ein bisschen gedulden. Dafuer ist Max bald fertig…
Wir freuen uns alle drei schon richtig auf zu hause, auf euch! Und nun ist es ja auch wirklich nicht mehr lange. Haben deine Einladung erhalten Birte und freuen uns drauf mit dir und den anderen mal wieder richtig einen drauf zu machen.
Also… Gruesse an alle, besonders an meinen Schatz Sarah, wir freuen uns auf euch alle!!!
Die drei Globetrotter